DIE MUSIK SÜDOSTASIENS:                                                                                                                                                                                                                            www.musikausasien.de

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Die traditionelle Musik Thailands
von Ingo Stoevesandt

Eigentlich läßt isch die musikalische Vielfalt Thailands gar nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen: Neben dem immer beliebter werdenden Thai Pop und dem allseits verbreiteten Karaoke finden wir auch eine Vielfalt lebendiger Traditionen, die gemeinsam mit den Traditionen der in Thailand lebenden Völker ein buntes musikalisches Mosaik ergibt, welches sich nur schwer aufteilen läßt.
Dabei ist es hinderlich von der Musik der "Thai" zu sprechen, ohne diese große, über Vietnam, Laos, Kambodscha und bis nach Burma und Malaysia verteilte Volksgruppe näher einzugrenzen. Sechs Subgruppen bilden die Sprachgruppe der Tai-Kadai:

- Die westlichen Thai (Shan)                           - Die südlichen Thai (Siamese)       - Die Mekong Thai (Lao, etc)
- Die Hochland Thai  ("Coloured" Thai)       - Die östlichen Thai (Nung, etc)      - Die Kadai (Li, Kelao, Laqua)

Ausgehend von diesen Gruppierungen kann man die Erscheinungsformen traditioneller Musik am besten in vier Regionen einteilen:
Den Süden, Zentralthailand, den Norden (Lanna) und den Nordosten (Isaan).
Im Folgenden werden wir uns hauptsächlich mit der Musik der Zentralthai beschäftigen, während die Randgebiete Sonderfälle darstellen, da sich hier durch die geographische Lage ("goldenes Dreieck") Traditionen der Lao, Khmer und Mon mit indigenen vermischen. In diesen Gebieten treffen wir auf eigene Traditionen, wie das von Malaysia eingewanderte Schattentheater im Süden, den bekannten Fingernageltanz im Norden und das Singen der "lam" Gesänge und Spiel der Mundorgel Khene im Nordosten.

In allen Bereichen ist die Hofmusik von den Traditionen der Dorfmusik abgegrenzt. Der Begriff der "Klassik" greift jedoch für die Thailändische Hofmusik nur schwer, da die einst elitäre Musik des Hofensembles längst Teil der Öffentlichkeit geworden sind, und der Begriff selbst eher als "hochwertige Musik" gedeutet werden kann. Dennoch gilt die Hofmusik aufgrund der Schriften und Kompositionen der Könige und Hofbeamten, und auch aufgrund der ab dem 17. jahrhundert zahlreichen Besuche europäischer Forscher als sehr gut dokumentiert, wenn auch leider nicht bis zurück zu den Anfängen in Sukothai im 12. Jahrhundert.

Dabei hat sich Thailand vor allem im 18. und 19. Jahrhundert als Block zwischen dem von England besetzten Burma und dem französisch besetzten "Indochina" verstanden, und hat aufgrund dieser isolierten Position seinen Nationalstolz noch erweitert, der bereits 1767  durch den Einfall der Burmesen in Ayutthaya  nicht beeinflusst werden konnte und u.a. auf dem Sieg gegen Angkor Wat von 1431 beruhte.

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