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Musik aus Stein und Bambus: Musik aus Vietnam
von Ingo Stoevesandt

3. Von der Stimme zum Instrument

Um die eigenen Hörgewohnheiten anzupassen, empfiehlt es sich, selbst ein wenig die pentatonische Tonleiter zu üben.
Auf die am einfachsten zu lernende Pentatonik trifft man bei den Kinderliedern, und mit etwas Glück und Charme findet man bestimmt einen kleinen Vietnamesen, der einem “du lich” ein Kinderlied beibringt. Noch eher lernt man allerdings die Besonderheit der pentatonischen Skalen Vietnams über die verschiedenen modalen Einsätze in den vokalen Traditioen wie "ca Hue" und dem "hat a dao" kennen, mit etwas Glück lassen sich in Zentralvietnam von Danang bis Hue diese meist mit einer Laute und einer Ratsche und Beifallstrommel begleiteten Aufführungen erleben.

Inzwischen sind so manche traditionellen Instrumente auch zum Touristensouvenir geworden (manchmal handelt es sich jedoch um unbespielbare Dekorationsware), so daß bestimmte Instrumente inzwischen als vietnamesische Identifikationsware um den Globus reisen.
Da es eine Fülle von unterschiedlichsten Instrumenten in Vietnam gibt  seien hier nur die elementarsten kurz vorgestellt, die einem aufmerksamen Reisenden in Vietnam immer wieder begegnen. Es kommen jährlich neue Instrumente hinzu, viele von ihnen sind Entdeckungen der Musikforscher bei den Bergvölkern Vietnams, von denen die vietnamesische Kultur viele Instrumente assimiliert hat.

Es ist dabei jedoch nicht immer einfach zu entscheiden, ob ein Instrument wirklich “vietnamesisch” ist oder einen anderen historischen Ursprung hat. Zum einen neigt die vietnamesische Kultur auch in der Musik dazu, sich Dinge einzuverleiben, zum anderen gibt es Instrumente wie die zweisaitige Fidel Co Ke, die in ganz Asien unter verschiedensten Namen verbreitet sind, und bei denen es schwierig ist, den Ursprung eindeutig zu bestimmen.

Die meisten Instrumente werden immer noch in Handarbeit hergestellt, nur wenige werden inzwischen industriell gefertigt.
Instrument und Spieler bilden ein Einheit, das Instrument wird zu einem Teil der Persönlickeit beim Spieler, was unter den Bergvölkern sogar soweit ging, dass Instrumente nur für eine bestimmte Person bestimmt waren und bei dessen Tod mit ihm begraben wurden, um zu verhindern, dass jemand anderes das Instrument spielt.

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