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Musik
aus Stein und
Bambus: Musik aus Vietnam
von Ingo Stoevesandt 2. Kurze
Anleitung für eine Näherung Der fremde Klang einer melodischen Silbensprache sowie die ungehörten Klänge der unbekannten Musikinstrumente sind jedoch nicht die einzigen Gründe für eine Verwirrung eines westlichen Zuhörers. Auch das Tonmaterial ist anders zusammengesetzt. Betrachtet man die beiden wichtigsten Tonleitern “bac” (links) und “nam” (rechts), so unterscheiden sich diese beiden pentatonischen Tonleitern nur durch Vierteltonschritte (+/-), die ein westlich geschultes Gehör nur schlwer unterscheiden kann. Spielt man einem westlich geprägten Hörer beide Tonleitern vor, wird er kaum einen Unterschied erkennen, die zweite Tonleiter klingt dann einfach "falsch gestimmt".
![]() In den pentatonischen Tonleitern kann jeder Ton als Grundton einer neuen Tonart fungieren. Die dadurch entstehende Musik ist jedoch eher homophon oder heterophon, seltener polyphon. Die meist nur flüchtig entstehenden Akkorde sind Intervallschichtungen und von unseren Akkorden Dur und moll weit entfernt. Da also nicht nur die Sprache und die Instrumente sondern auch gar die Harmonik der benutzten Töne fremd ist, kann man getrost einen Großteil seiner westlichen Hörgewohnheiten über Bord werfen. Bestimmte Töne gelten als Haupt- andere als Nebentöne. Beide können auf bestimmte Art verziert werden (einen guten Instrumentalisten mit viel Kenntnis vorausgesetzt), und die ältere Generation in Vietnam kann nur durch das Hören dieser Ornamentation und der benutzten Tonleiter bestimmen, ob das Stück z.B. aus dem Süden oder Norden stammt. Seite 2 von 4 -> Seite 3 |