DIE MUSIK SÜDOSTASIENS:                                                                                                                                                                                                                            www.musikausasien.de

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Traditionelle Musik aus Myanmar
von Ingo Stoevesandt

Abseits der vielfältigen Ensemblemusik und ihrer festen Verbindung mit Puppenspielen, Thetaraufführungen und 
Tanztraditionen finden sich noch weitere Musiktraditionen in Burma, so zum Beispiel die Textsammlung der “Maha Gita”-Gesänge, welche mit der Harfe "saung gauk" oder dem Xylophon "pa'tala"begleitet werden. Leider kann man der umfangreichen Theater- und Tanztradition auf einer so kleinen Internetseite gar nicht gerecht werden, obwohl diese Voraussetzung zum Verständnis der Musiktraditionen Burmas ist, daher muss diese
hier nur kurz erwähnt bleiben, bei Interesse lesen Sie eine Einführung dazu 
hier.
Die Kammermusik ist neben der Hofmusik Vietnams die einzige modale Musik Südostasiens, das heißt sie kennt für verschiedene Zwecke, Emotionen oder Themen zugeordnete Grundskalen, die sich voneinander geringfügig unterscheiden. Dabei gibt die Sängerin nicht nur die Grundmelodie sondern auch mit Hilfe von Schellen und Klappern den Grundrhythmus vor, ähnlich wie in der Ensemblemusik Thailands, wo
eine Zymbel den Grundrhythmus vorgibt.

Die Verknüpfung mit Thailändischen Traditionen erklärt die Geschichte Burmas: Als im 16. Jahrhundert (1560) die heute thailändischen Städte Ayutthaya und Chiang Mai von Burmesen erobert werden, treffen diese auf die Gesangstraditionen von Isaan und Lanna. Diese hatten das Ensemblespiel der Khmer begeistert integriert, Instrumente übernommen und Stücke adaptiert. So wanderten Annäherungen an die Musiktradition der Khmer bis nach Burma, wobei jedoch Analogien der Instrumente auch schon früher vorhanden waren. Mit der Gesangstradition “Mor Lam” gelangte schließlich auch die Mundorgel “Khaen” nach Burma, auch wenn diese bis heute eine eher untergeordnete Rolle im musikalischen Alltag spielt. Neben der für ungeübte Ohren thailändisch anmutenden Ensemblemusik gibt es für das musikalische Drama eine weitere Gattung, die jedoch fast verschwunden wäre und heute eine Wiederbelebung erfährt:
Die allgegenwärtigen 
Zat Pwe Festivals und den Nat Pwe Geisterbeschwörungen bilden heute einen Schwerpunkt wenn man nach Musik aus Burma sucht. Im ersten verbindet sich das traditionelle Hsaing Waing Ensemble mit modernen Instrumenten wie Schlagzeug oder gar E-Gitarre.

Über den “Exotismus” der Instrumente und die "fremd" klingende Tonskala erobert die traditionelle Musik Burmas auch langsam einen festen Platz in der “Weltmusik”-Sparte. Vor allem die Gesänge zur “Burmaharfe” und die oben genannten Pwe-Aufführungen findet man inzwischen auf
vielen CDs.  Künstler wie Stephan Micus (der selbst eine Oboe Hne zu spielen gelernt hat) lassen sich von traditionellen Stilen der Musik Burmas beeinflussen und transportieren diese in das elektronische Zeitalter.

Es bleibt zu hoffen, dass die politische Situation in Myanmar es bald wieder ermöglicht, die Grundlagen einer über tausend Jahre alten Musiktradition weiter zu ergründen und für die Nachwelt zu bewahren.

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