DIE MUSIK SÜDOSTASIENS:                                                                                                                                                                                                                            www.musikausasien.de

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Musik aus Laos
von Ingo Stoevesandt
 
Die verschwundene klassische Musik ist heute noch im "khap thum" Ensemble zu erahnen, da dort viele klassische Instrumente genutzt werden. Wichtigstes und tonangebendes Instrument bleibt für fast alle Formen allerdings die Mundorgel Khene.
Aus der diatonischen Tonleiter dieses Instruments leiten sich durch Auslassung zweier "Nebentöne" fünf pentatonische Hauptskalen ab, die sich ähnlich der westlichen Einteilung in "Dur" ("san") und "moll" ("yao") aufspalten lassen:

SAN: "sutsanaen" (auf G) - "po sai" (auf C) - "soi" (auf D)
YAO: "yai" ("groß", auf A, hohes Register) - "noi" ("klein", auf D, tiefes Register) 


Vergleicht man zwei dieser Tonleitern, so ist die Skala “Yao an nungsu” (rechtes Bild) nur ein verschobener Ausschnitt der Skala
Hai fung”(linkes Bild) mit einem anderem Grundton:

   

Was an Kirchentonarten und die modale Musik in Vietnam und Burma erinnert, spiegelt sich in den "lai" genannten Skalen in Laos wieder, wobei die "lai" jedoch oft funktional und thematisch gebunden sind, ähnlich wie die "thang" in Thailand.
In der heutigen Volksmusik, bei öffentlichen Feiern und Festen, hört man vermehrt die pentatonischen “lai” und vereinzelt auch temperierte Moll- und Durtonleitern. Da die tonangebende Khene manchmal durch die Bambusflöte "khui" ("khlui" in Thailand) ersetzt wird, die sieben equidistante Grifflöcher besitzt, hört man auch immer seltener isotonische Skalen in Laos.

Die einzelnen Gesangstraditionen in Laos könnte in ihrer Einzeldarstellung einen Katalog füllen, so vielfältig erscheinen die einzelnen Stile.
Grundsätzlich mag man pauschalisieren, daß in den "lam" Gesängen des Südens Thailändische und in den "khap" Gesängen des Nordens Einflüsse der Bergvölker und der klassischen Hofmusik überwiegen.
In der "lam" Tradition steht die Khene im Mittelpunkt, wenn sie auch meist ohne ihre Bordunfunktion und rein melodisch genutzt wird.
In den "khap" Traditionen basieren die Verse oft auf sieben Silben, die "lam" Traditionen  auf vier oder fünf Silben. Anders als in den Thailändischen Gesängen, in denen bis zu drei melodische Sequenzen genutzt werden, gibt es in Laos sowohl in den "lam" als auch den "khap" Traditionen nur ein melodisches Grundmuster für ein Genre - das bekannteste ist die Grundmelodie des "lam tang van": aa-gg-f-d

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