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Die traditionelle Musik Chinas
von Ingo Stoevesandt

Zugänge
Diese grundsätzlichen Unterschiede in der Musikauffassung scheinen den Weg zu einer besseren Rezeption der chinesischen Musik zu verschließen. Der Zugang zur chinesischen Musik ist jedoch nicht so schwierig wie es scheint, vor allem wenn man das augenscheinlich “Fremde” mit Vertrautem vergleicht:
Außerhalb der Pentatonik kennt die chinesische Musik auch seit annähernd 3000 Jahren die Aufteilung der Oktave in 12 annähernd gleiche Halbtöne, diese wurden jedoch durch sog. Stimmpfeiffen bestimmt und wichen ab von der in Europa etablierten temperierten Stimmung.
Da es ebenfalls keine
Mikrotonalität wie in der klassischen indischen Musik gibt,  sind somit die kleinsten Tonschritte vertraut.
Die Pentatonik ist zwar in Europa ebenfalls schon lange weit verbreitet, jedoch ist sie im europäischen Hörbewußtsein nicht so stark verankert wie die Moll-Dur-Harmonik. Wer selbst musikalisch aktiv ist, kann sich der Pentatonik annähern, indem er auf seinem Instrument mit pentatonischen Melodien experimentiert, improvisiert oder versucht, diese nach zu singen.
Die Vielfalt der chinesischen Musik kennt neben der Ensemble- und Vokalmusik auch ausgeprägte Solomusik. Diese rein instrumentalen Stücke wurden schon früh in eigenen Tabulaturen notiert, die man inzwischen auch als Transkription in “westliche” Noten vorfindet.
Die Instrumentalmusik erschließt sich dem Europäer leichter, so manche Kompositionen für
PiPa erinnern an ein barockes Präludium.
Ein Erlebnis der besonders beeindruckenden Art ist sicherlich auch der Besuch einer chinesischen Oper oder eines Theaterstücks, hier werden
die musikalischen Elemente mit den Emotionen der Sänger und Darsteller deutlich verknüpft.  
Lohnend ist ebenfalls die Beschäftigung mit traditionellen und modernen Kinderliedern, ihre einprägsamen Formeln sind oft einfach gehalten und sind sehr hilfreich für einen ersten Zugang zur Pentatonik. Ein weiterer Zugang zur chinesischen Musik liegt in der Auseinandersetzung mit der chinesischen Sprache und Schrift, da in der chinesischen Kultur (und so auch in der Musik) alle Elemente untrennbar miteinander verbunden sind. Sprache und Musik sind streng miteinander verknüpft. Die chinesische Silbensprache kennt sechs Intonationen für eine Silbe, so daß die Sprache selbst schon äußerst melodisch klingt und den narrativen Charakter der Melodik prägt.

Grundsätzlich zwingt uns die asiatische Musik zu einer ungewohnten Musikrezeption: Wir können sie nicht einfach “konsumieren”, sie ist keine Musik für das “nebenbei hören” sondern fordert unsere volle Aufmerksamkeit. Damit ist sie nicht immer bequem zu hören, belohnt jedoch den Hörer mit einer Fülle an Details und überzeugt durch ihre Ausdruckskraft.

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