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Die traditionelle Musik Chinas
von Ingo Stoevesandt

Grundlagen  
Für einen europäischen Hörer klingt die chinesische (und auch andere traditionelle Asiatische) Musik zuerst einmal eher "fremd".
Das liegt natürlich vordergründig an den Klängen der fremden Instrumente, die sich zum Teil einer Klangerzeugung bedienen, die im europäischen Raum wenig verbreitet ist, wie auch die Klassifizierung der chinesischen Instrumente erkennen läßt:
Ähnlich der in Europa gängigen Einteilung (nach Hornbostel ) in vier verschiedene Klangerzeuger werden in China die Instrumente nach dem Material klassifiziert, aus dem sie zum größten Teil hergestellt werden. Die chinesische Klassifizierung kennt acht solche Kategorien:
Metall, Stein, Erde, Leder, Seide, Kürbis, Bambus und Holz.
Die Aufzählung der Materialien macht bereits einen Unterschied zu europäischen Instrumenten deutlich:
Instrumente aus Stein, Erde (gemeint ist Ton), Seide oder Bambus gibt es in Europa nicht.

Ebenso fremd wie die Instrumente erscheinen uns aber auch die gespielten Töne. In Europa ist unsere Hörgewohnheit geprägt von Kadenzen
und der Dur-moll-Harmonik. Die chinesische Musik kennt jedoch keine dieser Harmonien.
Grundlage der chinesischen Musik ist die (halbtonlose)
pentatonische Tonleiter, in der jeder Ton Grundton einer Tonart und einer damit verknüpften Tonleiter sein kann. Im europäischen Musikempfinden steht der Dur-Akkord für Freude, Moll für Trauer. Durch das Fehlen dieser Akkorde in der chinesischen Musik haben wir Schwierigkeiten, mit dem Gehörten eine Emotion zu verbinden. Weil wir ihre Emotionen nicht verstehen, “spricht” die chinesische Musik uns nicht an. Dennoch sind dieselben Emotionen in der chinesischen Musik vorhanden, sie sind nur anders “kodiert”. Wenn man nun noch in Betracht zieht, daß in der chinesischen Pentatonik jeder der fünf Töne einen Eigennamen mit speziell ihm zugewiesenen Eigenschaften besitzt, so wird schnell klar, daß die Musik in der chinesischen Kultur einen weitaus größeren Stellenwert und auch eine größere Funktion einnimmt als in Europa.

Es gibt in der chinesischen Sprache kein Wort für Musik allein, das Wort “Musik” ist bereits eine untrennbare Einheit aus Musik, Sprache und Tanz und ganz nebenbei beschreibt das chinesische Schriftzeichen für "Musik" auch gleichzeitig den Begriff "Freude" (Besser: "Ein Ton der Freude macht"!). Und seit dem Altertum wird die Musik auch als eine lyrische und wissenschaftliche Disziplin der Elite Chinas verstanden -
so war der große Gelehrte Konfuzius selbst ein begnadeter
Qin Spieler und Komponist.

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