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Die
traditionelle Musik Kambodschas
von Ingo Stoevesandt Aktuelles Musikleben Zusätzlich zu den genannten Problemen sieht sich die traditionelle Musik Kambodschas ebenso wie in anderen Ländern Südostasiens der zunehmenden Konkurrenz westlicher Popmusik und vor allem ausländischer Karaoke-Produktionen ausgesetzt. Wer ein traditionelles Instrument lernen möchte, hat oft Schwierigkeiten, einen Lehrer zu finden. Viele sind auch zu arm, sich ein Musikinstrument zu leisten, und Gelegenheiten, das traditionelle Können vorzuführen oder gar Geld damit zu verdienen sind rar. Dabei wird der Einfluß aus dem Ausland stärker, und die nachwachsende Generation eifert den Stars aus den Videos nach. Viele “Kulturträger” Kambodschas agieren aus dem Ausland, wissenschaftliche Puplikationen kommen vorangig aus Frankreich und den USA, wo die Khmer-Gemeinden versuchen, ihre Traditionen zu pflegen. In Kambodscha selbst ist die traditionelle Musik heute schwer zu finden. Volksmusik in jeder Form läßt sich bei einem der vielen öffentlichen Feste erleben, doch wie “alt” oder “traditionell” die gespielte Musik wirklich ist, läßt sich heute schwer nachweisen. Touristen erleben “traditionelle” Musik auch in Hotels und Restaurants oder beim Spaziergang durch die Ruinen Angkors, doch auch hier läßt sich schwer nachweisen, wie "authentisch" das gehörte Material ist. Wenige Touristen erleben auch die Musik der ethnischen Minderheiten auf Erlebnistouren abseits der bekannten touristischen Knotenpunkte Angkor Wat und Phnom Penh. Doch erst wenn die Infrastruktur verbessert wird und die Landminen beseitigt sind, wird man sich eingehender mit diesen Völkern und ihrer Kultur beschäftigen können. An der Universität in Phnom Penh bemüht man sich inzwischen, die wenigen schriftlichen Notationen alter Musik zu bewahren und für bestimmte Instrumente wieder Unterricht anzubieten. Durch das gesteigerte internationale Interesse an Kambodscha mit dem ansteigenden Tourismus läßt sich die Hoffnung formulieren, daß in früher Zukunft die bereits aktiven Institutionen mehr Unterstützung erhalten und somit die Pflege und Erforschung der traditionellen Musik der Khmer verbesset wird. Wenn man beachtet, welches Engagement in die Erforschung und Erhaltung der Architektur der Khmer investiert wurde, kann man sich Gleiches für die Musik nur wünschen. Schließlich ist die Musik ein weiteres Bindeglied, ein “missing link” für das Verständnis der musikalischen Traditionen von beispielsweise Thailand oder Myanmar, und verdient somit eine gleichwertige internationale Aufmerksamkeit. Seite 2 von 6 -> Seite 3 |